Fahrrad in der Aula

Ich fahre auf einem BMX-Rad vor die kreisrunde Aula der Uni. Sie ist gerade nicht bestuhlt, sodass der gläserne Boden freiliegt, der sich wie ein Uhrglas zur Raummitte hin absenkt. Die Wände sind mit dunklem Holz vertäfelt, es riecht nach altem Putzmittel. Durch die zahlreichen Dach- und Wandfenster fällt die sommerliche Sonne, und 15 Meter unter mir sehe ich das Foyer, dort gehen Menschen ein und aus. Die Szenerie erinnert aus der Vogelperspektive an eine Architektur-Visualisierung: Paare im angeregten Gespräch, Menschen, die ihre Taschen bestimmten Schritts in Richtungen bewegen, Sitzende, Offenheit, modern, zeitgemäß, viel Glas, dezentes Metall, ein wenig Holz.

Ich hebe meinen Blick wieder: die Aula scheint eher aus dem 19. Jahrhundert zu stammen, das erklärt auch den mehr als ungewöhnlichen Boden. Ich stoße mich ab und fahre durch die menschenleere Halle, stundenlang – mal geradewegs durch die Mitte, mal in Spiralen, mal mit geringsten Geschwindigkeiten experimentierend in Blumenform. Auf einem Glasboden. In irrwitziger Höhe. Ein unglaublicher Spaß!

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Die Abänderung

Kehricht Odrures Rifiuti Garbage

Letzter Kehricht vor der schweizer Grenze

Als Mogelpony eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand es sich unter seinem Bett zu einem ungeheuren Schleimpilz verwandelt. Es lag auf seinem gallertigen Bauch und sah, wenn es den Kopf ein wenig hob, seinen braunen, von bogenförmigen Mustern geteilten Rücken, über ihm wölbte sich der Lattenrost, auf dem sich die durchgelegene Matratze, zum gänzlichen Niedergang bereit, kaum noch halten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Tentakeln flimmerten ihm hilflos vor den Augen.

»Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße«, dachte es, aber das war gänzlich undurchführbar, denn es war gewöhnt, auf der rechten Seite zu schlafen, konnte sich aber in seinem gegenwärtigen Zustand nicht in diese Lage bringen.

Dieser Post ist das Ergebnis einer äußerst anregenden E-Mail-Konversation, die ich vor geraumer Zeit mit einem gewissen K. aus P. zu führen die Ehre hatte. Obwohl ich stets darauf bedacht bin, nur eigenes Material zu veröffentlichen, ist es nicht völlig auszuschließen, dass ein geringer Anteil seiner Erdnuss Eingang in den vorangegangenen Text gefunden hat. Ich fand ihn aber so gut, dass ich ihn unbedingt veröffentlichen wollte. Bei Interesse: Ich habe noch etwa 19 weitere Kapitel „in der Schublade“. MP, 22.05.2011


Mogelpony hat noch etwas vor

»Mogelpony, was ist denn heute?« — Nele verdrehte die Augen und trat einmal kräftig vor die Stalltür.

Natürlich hatte es immer großen Spaß gemacht mit ihr über die Felder zu preschen, aber heute musste Mogelpony sie dringend loswerden: Der Anruf lag nun schon eine Weile zurück und der Abdecker musste jede Minute hier sein.